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 Taktik 6: Aspekte der Teamführung 
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Registriert: 3/10/2008, 21:46
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Beitrag Taktik 6: Aspekte der Teamführung
Taktik 6: Aspekte einer Teamführung

Welche Aspekte es im Hinterkopf haben sollte eine Gruppe von Spielern zu leiten möchte ich hier mal näher beleuchten.

Ich möchte dazu mit einem Negativbeispiel aus der Wirtschaft beginnen:
Das Schulungsunternehmen FPZ schreibt in einem Leitsatz zur Teamführung: „Menschen folgen nicht einem guten Zweck oder einer beeindruckenden Idee. […] Menschen folgen nur einem Leader, der stärker ist als sie selbst. (1)“
Diese Definition zur Teamführung entspricht überhaupt nicht meinen Vorstellungen und ich bin der Ansicht, dass ein Leader sich durch gute und klare Kommunikation, das Wahrnehmen einer sich verändernden Situation und das Bewusste handeln und gegensteuern eben aus der Situation heraus auszeichnet. Die Stärke als Machtfaktor auszulegen ist weder in der Wirtschaft, noch im Sport eine Qualität.

Wie kann man eine Team dann führen?
Die aus dem Vergleich zum Fußball genutzte Parallele einen Mannschaftskapitän im Team zu haben ist eine hilfreiche Möglichkeit ein Leader zu haben ohne eine Hierarchie zu benutzen. Das Gewicht liegt dann auf der Kommunikation und nicht auf der Struktur oder dem Machtfaktor.

Man muss aber einiges in Betracht ziehen, wenn man über die Teamführung spricht.
Zuerst muss man klären, was ein Team ist.
Das Wort Team stammt aus dem englischen und heisst Gespann - also mindestens Zwei. Beim Airsoft muss man den Begriff Team auf die Gliederung ummünzen. Ein Team ist da ein 4MT (mit eben vier bis sechs Spielern), ein Squad (mit 12 bis 18 Spielern), ein Platoon mit bis zu 50 Spielern usw.
Alle zusammen bilden eine Mannschaft, was je nach Grösse der Mannschaft aus mehreren Platoons besteht, die wiederum aus je zwei bis vier Squads bestehen, welche wiederum aus je zwei bis vier 4MTs bestehen. Jeder, der eine dieser Gruppen leitet ist ein Leader. Also Teamleader im 4MT, Squadleader im Squad und Platoonleader im Platoon.
Man kann dafür auch andere Grössenordnungen und andere Begriffe zur Hand nehmen. Ich benutze hierbei die amerikanische Bezeichnung, weil sie mir vertrauter und geläufiger ist. Die Zahlen sind nicht absolut, sondern je nach Mannschaftsgrösse ergibt sie sich so. Der Vorteil beim Airsoft ist ja, dass die Strukturen und Gliederungen nicht so vorgegeben sind, wie beim nachgeahmten Militär. Wir spielen ja nur; Und zwar ein Mannschaftssport.

Daher muss man sich mit etwas auseinander setzen, was den Mannschaftssport kennzeichnet.
Bei Wikipedia hebt man beim Mannschaftssport hervor, dass eben nicht einzelne Individuen, sondern Mannschaften, in einem Wettbewerb gegeneinander antreten.
In der gleichen Quelle heisst es weiter: „Es handelt sich dabei meist um komplexe Sportarten (häufig Ballsportarten), in denen es nicht nur um ein einfaches Kräftemessen im Sinne eines "Schneller, Höher, Weiter" geht. Vielmehr sind beim Mannschaftssport im Gegensatz zum Individualsport auch Zusammenspiel und Taktik ausschlaggebend für den Erfolg.“ (2)

Zusammenspiel und Taktik lassen sich mit einer Mannschaft nur dann erfolgreich umsetzen, wenn sie von allen Einzelpersonen umgesetzt werden. Man stelle sich eine Fussballmannschaft vor, die vom Trainer die Weisung erhalten hat, offensiv zu spielen. Wenn sich nicht die gesamte Mannschaft danach richtet, entstehen große Freiräume die der Gegner ausnutzen wird. Spielen also beispielsweise die Stürmer und Mittelfeldspieler offensiv und die Abwehrspieler bleiben zu weit zurück, so entsteht eine Lücke zwischen der Abwehr und dem Mittelfeld.
Die Abwehrspieler müssen also unbedingt aufschliessen zu den Mittelfeldspielern. Erst dadurch erhält man einen komplexen in sich geschlossenen Block.

Was braucht es, um zu einem geschlossenen Block zu werden?
Das beantwortet eine Definition zur Teamführung bei Wikipedia, wobei ich drei Aspekte hervorheben möchte:
1. das gemeinsame Ziel,
2. eine Gruppenstruktur und
3. ein Wir-Gefühl. (3)

Um wieder einen Vergleich aus dem Fussball zu nutzten, sollte man sich an so manches Interview mit dem einen oder anderen Torschützen nach einem Fussballspiel vor Augen führen. Die Torschützen sagen immer wieder, dass sie nur deshalb ein Tor schiessen konnten, weil sie einen Pass von einem Mannschaftskameraden verwerten konnten. Kommt keine Flanke von einem Mitspieler, geht der Torjäger leer aus… und damit auch die Mannschaft.
Oder, wenn man es auf eine konkrete Situation im Airsoftspiel bezieht, dann dann, wenn beispielsweise der eine den gegnerischen Spieler mit einem unablässigen Beschuss in der Deckung hält, während der Mitspieler dann die Deckung umgehen kann und den Spieler trifft.
So wird aus einem Individualerfolg (Gegner getroffen) ein Gruppenerfolg (zusammen agiert und Raum geschaffen).

Ein guter Leader ist immer wieder angehalten, den Teams motivierend zuzusprechen, abwechslungsreiche Aufgaben zu geben, Entscheidungsfreiraum zu geben und sie zu loben. Er besticht eben nicht durch Stärke, damit man seinen Anweisungen folge leistet, sondern durch Informationsfluss und Kommunikation.


Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Leader ein Wir-Gefühl aufbauen sollte, damit sich jeder einzelne Spieler mit dem Team identifizieren kann. Ich vertrete somit nicht die Doktrin, wie man zu spielen hat, sondern eine Philosophie, die eine Teamzugehörigkeit vermitteln möchte; ein Wir-Gefühl.
Der Spass soll dabei auf keinen Fall auf der Strecke bleiben, sondern aus einer gemeinsamen Aktion mit andern Teammitgliedern erfolgen.


Quellenangaben:
(1) http://www.fpz.de/teambildung_und_-fuehrung.php (aufgerufen am 07.05.2011)
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Mannschaftssport (aufgerufen am 07.05.2011)
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Teamf%C3%BChrung (aufgerufen am 07.05.2011)


Grüsse

Steiny

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Wenn der klügere immer nachgibt, muss er aufpassen, dass die Dummen nicht bald die Welt beherrschen...

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7/1/2013, 14:42
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