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 Taktik 7: Bewegen und Sperren 
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Beitrag Taktik 7: Bewegen und Sperren
Wie man Sperren und Bewegen kann

Ich habe mit einer Gruppe Airsoftspieler ein taktisches Training durchgeführt und möchte das, was wir dabei lernen konnten auch anderen Airsoftspielern aufzeigen .


Sperren und Bewegen
Das Training beinhaltete folgende Übung: Ein Gruppe Spieler sollte sich von einem Punkt zum nächsten bewegen. Zwischen Start- und Zielbereich galt es etwa 30 Meter zu überwinden.
Der Startpunkt war die Ecke eines Stalls, das Ziel ein Felsvorsprung am Waldrand. Zwischen beiden Punkten gab es eine Felsgruppe, die man als Sicherungsposition nutzen konnte.
Der Weg von der Ecke des Stalls zum Waldrand wurde durch eine Gruppe Gegenspieler gestört, die den Bereich mit einem Störfeuer belegten.
Ziel war nicht, den Gegner auszuschalten, sondern den eigenen Weg fortzusetzen. Ein Umgehen oder Flankieren des Gegners war ebenfalls nicht Ziel der Übung.

Gestört wurde die Bewegung der acht Spieler von drei Spielern, die bei einer Felsformation positioniert waren. Diese Felsformation lag etwas erhöht von der Position, von der sich die anderen Bewegen mussten. Von der Entfernung her waren es etwa 30 Meter.

Die Gruppe, die sich von der Ecke des Stalls (Punkt A) zur Felsformation am Waldrand (Punkt C) bewegen sollte machte dies, indem sie Deckungsfeuer auf die gegnerischen Spieler gab und dadurch den eigenen Leuten die Möglichkeit gab, sich bis zur nächsten Sicherungsposition (Punkt B) zu bewegen.
Sobald die ersten Spieler bei Punkt B ankamen, sollten sie sich mit neu ausgerichtetem Deckungsfeuer den gegnerischen Spielern zuwenden. Dann sollten die restlichen Spieler von der Stallecke nachrücken, selber sichern und so wieder der ersten Gruppe ermöglichen, zum Zielpunkt (C) zu kommen.


Bild
Grafische Darstellung 1: "Sperren und Bewegen"

Wir haben dieses Szenario so oft durchprobiert, dass einer der MG-Schützen später meinte, er hätte 9000 BBs durchgelassen.
Im Grunde war das eine Übung, wie wir sie letztes Jahr in Schweden bei Berget 10 erlebt hatten. Da war es auch so, dass wir an einer Häuserecke waren und wegen des Stellungsfeuers vom Gegner her keine Chance hatten, sie anzugreifen.
Erst, als wir an der Ecke mit zwei MGs für ein paar Sekunden ein Sperrfeuer legen konnten, konnten unsere Mitspieler aus unserem Rücken heraus die gegnerische Stellung umgehen. Somit lag dieser Übung keine theoretische Überlegung zu Grunde, sondern eine praktische Erfahrung aus einer vorhandenen Spielsituation.

Je öfter wir aber die Übung durchführten, desto öfter sahen wir auch Sachen, die man verbessern konnte.


Besser machen
War am Anfang beispielsweise der Medic in der Gruppe, die zur ersten Sicherungsposition mitlief, stellten wir fest, dass dies unlogisch war, denn der MG-Schütze an der Ecke wurde oft gleich als erster getroffen. Das bedeutete, dass es sinnvoller war, einen Medic bei der Ecke zu haben, genau so, wie es sinnvoll wäre, einen dritten Mann dabei zu haben, nämlich einen, der das Auge für den MG-Schützen ist.
Es kam nämlich vor, dass der MG-Schütze als letzter an der Ecke stand und immer noch feuerte, während alle anderen Spieler schon zum Ziel, dem zweiten Felsvorsprung (C), wollten. Der MG-Schütze bekam das aber nicht mit, weil er einfach so konzentriert beim Abdecken war, dass es jemanden brauchte, der ihm sagte, dass er auch los müsste.
MG-Schütze , Medic und Beobachter waren also diejenigen, die als letztes ihre Position beim Stall (A) verließen.
Die Übung wurde praktisch gestartet, sobald der MG-Schütze das Deckungsfeuer eröffnete.
Die erste Gruppe, die zum ersten Felsvorsprung rannte, machte es dann gleich so, dass sich jeder eine Position suchte, um ebenfalls zu schießen, was das Zeug hielt.
Somit schossen also die drei, die noch an der Ecke des Stalls standen und alle anderen, die schon beim ersten Felsvorsprung waren. Völlig unkoordiniert und extrem verschwenderisch suchte sich jeder eine Position, von wo aus der ballern konnte. Gedeckt haben alle, nur bewegt hat sich dann keiner mehr.
Und der Teamleader war ganz vorne bei einer Position, um super gut auf die gegnerische Stellung einwirken zu können. Den Sinn, dass Gelände zu queren hatten schnell alle aus den Augen verloren, so dass es ihnen ins Gedächtnis gerufen werden musste.
Der Teamleader hatte ja eine gute Position um zu feuern, nur dass er nicht sehen konnte, was das Team in seinem Rücken machte. Denn auch er hat ja im Hinterkopf keine Augen.
Das mussten wir also ebenfalls ändern, was wiederum weitere Übungen nach sich zogen.
Beim nächsten Durchgang machten wir es so, dass der Teamleader zwar mit der ersten Gruppe zur Felsengruppe lief, sich dann aber im Rücken der Leute hielt, so dass er zum einen sehen konnte, ob wie gut das neu ausgerichtete Deckungsfeuer und ob der MG-Schütze noch feuern musste.
Nach weiteren Durchgängen, bei denen dann der Fokus auf der klaren Kommunikation des Teamleaders lag, lief das Sperren und Bewegen so reibungsarm wie nur irgend möglich.

Das bisschen, was ich jetzt beschrieben habe, hat gut 1 ½ Stunden Zeit in Anspruch genommen: Aufstellen, überlegen, mitteilen, durchspielen, reflektieren und wieder zurück in die Ausgangsposition.
Alles in allem war das eine sehr dichte Atmosphäre bei den Wiederholungen.

So gut wie jeder hat mal in der einen oder anderen Gruppierung mitgemacht und konnte sowohl mal von oben stören, als auch von unten sperren.
Es war also durchaus abwechslungsreicher, als es sich jetzt liest.
Für den Teamleader war es sicher ein besonders profitables Training. Für die Spieler und vor allem die MG-Schützen, die einfach ballern mussten, was das Zeug hielt, war es hingegen vielleicht sogar ein wenig langweilig.


Vielleicht verwenden andere Spieler statt für Bewegen und Sperren andere Begriffe. Eventuell gibt es auch Begriffe dazu aus dem Militärwesen. Das entzieht sich aber meiner Kenntnis.
Genauso gut kann es sein, dass der eine oder andere andere Lehren aus der Übung zieht – wer weis.


Grüsse

Steiny



Grafik by Steiny© 2013

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29/4/2013, 08:40
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